10.01.2025: Das Bundesgericht erklärt den Bau von Mobilfunkbasisstationen der neusten
Generation 5G für gesetzeskonform. Das Leiturteil ist ein empfindlicher Dämpfer
für die 5G-Gegner. Die Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt hoffen auf eine
Beschleunigung bei den einzelnen Baubewilligungsverfahren.
15.01.2025: Bundesrätin Viola Amherd tritt auf Ende März zurück.
Die Mitte-Frauen fordern zunächst lautstark eine Frau als Nachfolgerin,
danach sagen aber alle möglichen Kandidatinnen ab. Gegen den als Favoriten
gehandelten Markus Ritter, Präsident des Bauernverbandes, formiert sich aber
zunehmend Widerstand.
21.01.2025: Donald Trump eröffnet seine zweite Amtszeit als US-Präsident mit der
Unterschrift unter eine Reihe von vorbereiteten Dekreten.
Entgegen früherer Dementis von Trump, die an billige kommunistische DDR-Propaganda
erinnern, setzt Trump ziemlich konsequent das von einer konservativen US-Denkfabrik
formulierte «Project 2025» um.
Für diejenigen, die sich nicht erinnern können: Kurz vor dem Bau der Berliner
Mauer erklärte die DDR-Führung «Niemand will eine Mauer bauen.». Merke: Wenn Autokraten und Diktatoren kategorisch dementieren, sollte man sich
schon mal darauf vorbereiten, dass die Umsetzung fast sicher schnell erfolgt.
27.01.2025: Der Kanton Uri erteilt die Baubewilligung für eine alpine Solaranlage
an der Sidenplangg bei Spiringen.
29.01.2025: Der Bundesrat schickt ein Sparpaket in die Vernehmlassung, das 2027
Einsparungen von 2,7 Mia. Fr. und 2028 gar 3,6 Mia. Fr. bringen soll.
Die schweizerische Arzneimittelbehörde Swissmedic fordert mehrere grosse
Verlagshäuser auf, Berichte über die neu von den Krankenkassen unter gewissen
Bedingungen bezahlten Abnehmspritzen online zu löschen. Formaljuristisch hat sie
damit wahrscheinlich Recht, weil die namentliche Nennung von Arzneimitteln nach
Schweizer Recht verbotene Werbung darstellt. Inhaltlich ist es angesichts der
weltweiten Internetpräsenz der Abnehmspritzen allerdings absurd, ausgerechnet
seriöse journalistische Berichte mit Aussagen von medizinischen Fachpersonen
zu Nebenwirkungen zu verbieten, nur weil die Verlage ihren Sitz in der Schweiz haben,
während gegen weitaus weniger seriöse ausländische Berichte ohne Warnung vor
Nebenwirkungen nicht unternommen werden kann. JuristInnen sehen deshalb beim
Arzneimittelwerberecht dringenden Reformbedarf.
31.01.2025: Das Bundesstrafgericht verurteilt die Rohstoffhandelsfirma Trafigura
mit Sitz in Genf wegen Bestechung zu einer Busse von 3 Mio. Fr., den ehemaligen
Chef der angolanischen Erdölgesellschaft zu 36 Monaten Gefängnis (davon 14 Monate
unbedingt), den ehemaligen Vizedirektor von Trafigura zu 32 Monaten (davon 12 Monate
unbedingt) und einen Mittelsmann zu 24 Monaten auf Bewährung.
05.02.2025: Die Stadt Zürich warnt vor der neuen Droge Fentanyl, die in den
USA bereits enorme Probleme verursacht. In Zürich ist Fentanyl bereits in zwei
Proben nachgewiesen worden.
In den USA werden die Eier knapp, die Preise steigen massiv. Grund dafür sind vor
allem Versäumnisse bei der Bekämpfung der Vogelgrippe.
05.02.2025: US-Präsident Trump lässt haufenweise Informationen von Webseiten der
US-Regierung löschen. Betroffen sind vor allem wissenschaftlich fundierte Daten
zum Klimawandel und dessen Ursachen, aber auch statistische Daten zur sozialen
Ungleichheit in den USA. Offensichtlich versucht Trump, die für ihn und seine
WählerInnen unangenehme Wahrheit zu unterdrücken.
05.02.2025: Der argentinische Präsident Milei erklärt den Austritt aus der
UNO-Welthandelsorganisation WHO.
Ermittlungen in Deutschland zeigen: Dutzende von kleinen Sabotageakten gegen
Autos im Dezember 2024, die mit Aufklebern am Tatort als politische Aktionen von
links-grünen Klimaaktivisten dargestellt wurden, waren in Wirklichkeit Aktionen,
für die junge Männer im Internet gegen Bezahlung angeheuert wurden. Die Spuren
führen nach Russland, es handelt sich somit um ausländische Einmischung in den
deutschen Wahlkampf.
Die USA und Argentinien treten aus der UNO-Weltgesundheitsorganisation WHO aus.
US-Präsident Trump kündigt Zölle gegen Produkte aus Mexiko und Kanada an, die
dem von ihm selbst in seiner ersten Amtszeit neu verhandelten Handelsabkommen
zuwider laufen. Die US-Autoindustrie, die auf der Grundlage des Abkommens ihre
Produktions und Lieferketten stark mit Mexiko und Kanada vernetzt hat, sieht
ihre Investitionen gefährdet und warnt vor Nachteilen gegenüber Importen aus
Japan und Südkorea.
US-Präsident Trump setzt den Tech-Milliardär Elon Musk und eine Truppe junger
unerfahrener Leute darauf an, im Staatshaushalt zu sparen. Das «Department of
Government Efficiency» (DOGE) entlässt Tausende von Staatsangestellten, ohne
sich auch nur halbwegs zu überlegen, ob deren Funktionen nötig sind. Das Budget der
amerikanischen Auslandhilfe USAID und die Beiträge an UNO-Organisationen werden
radikal zusammen gestrichen. Weltweit verlieren Millionen von Menschen den
Zugang zu Nahrungsmittelhilfe und medizinischer Grundversorgung.
Der angerichtete Schaden übersteigt bei weitem die Einsparungen.
18.02.2025: In der Schweiz wurde 2024 so viel Windenergie produziert wie noch nie.
Allerdings liegt die Schweiz mit einem Windkraftanteil von 0,3% an der gesamten
Stromproduktion im Vergleich zu den landgestützten Windkraftanlagen in den Nachbarländern
weit zurück. Dabei fallen zwei Drittel der Windenergie im Winter an und ein Ausbau
könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Winter leisten.
22.02.2025: Das US-Magazin Time wählt Gisèle Pelicot zur Frau des Jahres.
Ende Februar: Das Traditionswarenhaus Jelmoli in Zürich wird
nach etwas über 125 Jahren geschlossen.
27.02.2025: Bundesrat Beat Jans schlägt vor, künftig Adoptionen von Kindern aus
dem Ausland grundsätzlich zu verbieten. Seit etwa 1970 wurden Tausende von Kindern
aus armen Ländern ohne gründliche Prüfung durch die Behörden adoptiert,
viele davon wurden ihren Müttern gewaltsam geraubt. Nachforschungen zur Herkunftsfamilie
sind schwierig und oft erfolglos. Die Ungewissheit belastet viele Betroffene.
Laut Jans lassen sich Missbräuche nur durch ein generelles Verbot verhindern.
06.03.2025: Die europäische Zentralbank EZB senkt den Leitzins um 0,25 Punkte
auf 2,5%.
12.03.2025: Das Parlament wählt Martin Pfister (Mitte, ZG) als Nachfolger von
Viola Amherd in den Bundesrat.
26.03.2025: Das Bundesgericht gibt einer Wahlbeschwerde Recht und setzt den
Schaffhauser Ständerat Simon Stocker (SP) ab. Dieser hatte zum Zeitpunkt der Wahl
zwar eine Wohnung in Schaffhausen, seine Familie wohnte aber in Zürich.
Bei der Ersatzwahl am 29. Juni unterliegt Stocker, dessen Familie mittlerweile in
Schaffhausen wohnt, dem bürgerlichen Gegenkandidaten.
26.03.2025: Der Luzerner Regierungsrat bittet die Opfer von fürsorgerischen
Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierung von Kindern ausserhalb ihrer Familie
um Entschuldigung und betont, dass die Aufarbeitung wichtig sei. Über 800
Betroffene allein im Kanton Luzern haben sich an die Opferberatungsstelle gewendet.
Das Vormundschaftsrecht wurde erst 1981 modernisiert.
18.03.2025: Das ungarische Parlament verbietet im Eilverfahren die jährliche
Pride-Parade in Budapest. Die Parade findet unter anderem Namen mit einer
Genehmigung der Budapester Stadtregierung trotzdem statt und wird zur
Massendemonstration gegen das autokratische Orban-Regime.
Nachdem der Bundesrat mit einer Verordnung die rechtlichen Grundlagen für
selbstfahrende Autos ab März 2025 geschaffen hat, stellen der Kanton Zürich und die
SBB ein Projekt mit Taxis ohne Menschen hinter dem Steuer vor. Die Fahrzeuge sind mit
Technik der chinesischen Firma WeRide ausgerüstet, die bereits in mehreren
Ländern, u.a. in den USA, China und Singapur sowie mit Shuttlebussen im Flughafen
Zürich Erfahrungen gesammelt hat. Der Einsatzradius ist auf einige Gemeinden nördlich
von Zürich begrenzt. In einer ersten Phase sollen die Taxis mit einer Sicherheitsperson
die Gegend erkunden, im späteren Betrieb sollen sie laufend dazu lernen und sich an
neue Situationen anpassen (z.B. Baustellen).
Nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf dem Schulweg in Basel fordern Eltern,
dass an Kreuzungen mit Ampeln die Grünphasen für Rechtsabbiegende Autos und für
Fussgänger konsequent getrennt werden. Die Behörden sind dagegen und gewichten
damit den Verkehrsfluss des motorisierten Verkehrs höher als das Leben der Kinder.
US-Präsdident Trump kündigt hohe Zölle für Importe aus fast allen Ländern an.
Die Höhe wird durch eine plumpe Formel aus dem Handelsdefizit abgeleitet.
Seine Präsentation gleicht mehr einer Trash-TV-Show als einer seriösen politischen
Ankündigung. Offensichtlich will Trump günstige Handelsabkommen erzwingen,
die Reaktion der Börsen, ein weiterer Abwertungsschub für den US-Dollar und die
nach unten korrigierten Wirtschaftsprognosen in den folgenden Tagen zeigen jedoch
klar, dass die Wirtschaft nur Verlierer sieht.
Während China und die EU massive Gegenzölle androhen, setzt der Bundesrat auf
Verhandlungen.
03.04.2025: Bundesanwalt Stefan Blättler fordert wegen der Zunahme der Straftaten
im Bereich organisiertes Verbrechen, Terrorismus, Sprengstoffdelikte und
komplexe Fälle von Wirtschaftskriminalität mehr Personal für die
Bundeskriminalpolizei. Wegen Personalmangel können Ermittlungen nicht gründlich
genug geführt werden oder sie verzögern sich.
11.04.2025: Weil die Hygienestandards in Käsereien laufend erhöht werden,
gelangen immer weniger traditionelle Fremdstoffe in den Käse. Das führt unter
anderem dazu, dass die typischen Löcher im Emmentaler Käse kleiner werden.
Die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland will deshalb der Milch Heublumenpulver
zusetzen. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat das nicht zugelassen, doch das
Bundesverwaltungsgericht erklärt nun Heublumenpulver zum erlaubten Zusatzstoff.
14.04.-09.05.2025: Rund 1000 Angehörige der Schweizer Armee trainieren mit
Soldaten aus Deutschland und Österreich auf dem Truppenübungsplatz Allensteig
in Niederösterreich.
16.04.2025: Im Rahmen der UNO-Weltgesundheitsorganisation WHO einigt sich eine
grosse Mehrheit der Staaten nach zähen Verhandlungen auf einen Vertrag, mit dem
eine zukünftige Pandemie weltweit besser bewältigt werden sollte als die
Corona-Pandemie.
21.04.2025: Papst Franziskus stirbt am Ostermontag im Alter von 88 Jahren
nach 12 Amtsjahren.
Am 08.05.2025 wird der US-Amerikaner Robert Francis Prevost zum Nachfolger gewählt.
Er hat viele Jahre in Peru gearbeitet und ist auch Bürger Perus.
Der neue Papst wählt den Namen Leo XIV.
23.04.2025: Der US-Elektroautohersteller Tesla meldet einen Gewinneinbruch
von 71% im 1. Quartal. Beobachter führen dies darauf zurück, dass Tesla-Chef
Elon Musk wegen des Engagements in Trumps Sondersparbehörde DOGE seine Aufgaben
bei Tesla vernachlässigt und zudem viele Kunden verärgert hat. Viele Tesla-Autos
tragen den Aufkleber «I bought this before Elon went crazy».
24.04.2025: Migros Zürich beendet den Versuch mit rund um die Uhr geöffneten
Selbstbedienungsläden «teo» in Kloten und Dietlikon wegen zu kleiner
Nachfrage. Migros Ostschweiz will das Konzept dagegen weiterführen.
28.04.2025: Blackout in Spanien und Portugal. Der Strom fällt auf der ganzen
Iberischen Halbinsel stundenlang aus. Grund dafür sind einerseits ungenügend
geplante Prozesse der Stromversorger, wie bei starken Unterschieden zwischen
Stromproduktion und Stromverbrauch vorzugehen ist und andererseits fehlende
Stromspeicher sowie Leitungen nach Frankreich, die solche Unterschiede ausgleichen
könnten. Mit anderen Worten: es wurde wieder mal am falschen Ort gespart
und das hat teure Folgen.
29.04.2025: Die EU-Kommission rät der Bevölkerung, einen Notvorrat für 3 Tage
anzulegen. In der Schweiz sind solche Empfehlungen seit Jahrzehnten bekannt.
06.05.2025: Das neugewählte deutsche Parlament braucht wegen Abweichlern aus
den Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD zwei Anläufe zur Wahl von Friedrich Merz
zum neuen Bundeskanzler. Ähnliche Spielchen wiederholen sich bei der Wahl einer
neuen Richterin ans Bundesverfassungsgericht im Herbst und bei wichtigen
Projekten wie der Rentenreform.
13.-17.05.2025: Der Eurovision Song Contest (ESC) wird in der Basler
St. Jakobshalle durchgeführt. Die Schweiz wird für die professionelle Durchführung
und die coole Moderation international gelobt.
Das Mega-Event löst in der Region Basel eine zusätzlichen Umsatz von 248 Mio. Fr.
aus.
19.05.2025: Wegen Felsstürzen am Kleinen Nesthorn wird das Dorf Blatten im
Lötschental vollständig evakuiert. Nach wiederholten Gesteinsabbrüchen und lange
anhaltenden Regenfällen bricht der Birchgletscher am 28. Mai unter dem Druck
von mehreren Millionen Kubikmetern Gestein ab. Eine Schlammlawine donnert ins Tal,
verschüttet rund 90% des Dorfes und schiebt sich am gegenüberliegenden Talhang
hunderte Meter nach oben. Der Fluss Lonza wird durch den Schuttkegel aufgestaut
und überflutet die wenigen nicht verschütteten Häuser im Talgrund.
Dank der Evakuierung wird nur ein Mensch verschüttet. Ein Schafzüchter schaute
nach seinen Schafen in einem Stall knapp ausserhalb der Evakuierungszone.
22.05.2025: Eine Erhebung der Konferenz der Kantonalen ErziehungsdirektorInnen
(EDK) zeigt auf, dass viele Jugendliche am Ende der obligatorischen Schulzeit die
Lernziele in der zweiten Landessprache nicht erreichen. Beim Englisch sieht es
besser aus.
Dagmar Rösler, die Präsidentin des Dachverbands der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz
(LCH) fordert darauf im Sonntags-Blick eine vertiefte Analyse und Anpassungen.
In mehreren Kantonen der Ostschweiz preschen die Kantonsparlamente vor und fordern
mit Motionen die Abschaffung des Frühfranzösisch in der Primarschule. Damit wird
die mühsam erreichte Koordination der kantonalen Lehrpläne (HARMOS) wieder in
Frage gestellt und zudem ein innenpolitisch bedenkliches Signal Richtung
Romandie gesendet.
29.05.2025: Zehn Jahre nach der Aufdeckung von systematischen Schummeleien bei
der Messung von Abgaswerten der VW-Dieselautos («Dieselgate»)
werden die Hauotverantwortlichen für die Schummelsoftware in Deutschland
zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
01.06.2025: Laut einem geleakten internen Bericht der Internationalen
Atomenergiebehörde IAEA hat der Iran seine Vorräte an hoch angereichertem Uran
stark erhöht und könnte damit etwa drei Atombomben bauen.
03.06.2025: FDP-Parteipräsident Thierry Burkart kündet seinen Rücktritt per
Oktober an. Unter seiner Führung ist die FDP wieder mehr nach rechts gerückt,
lag aber bei den Wahlen 2023 nur noch knapp vor der Mitte. Beim wichtigen
EU-Dossier taktierte er bis zuletzt, sodass zwangsläufig der Eindruck entsteht
dass ausgerechnet die Wirtschaftspartei FDP nicht weiss, was sie will.
08.06.2025: US-Präsident Trump schickt die Nationalgarde nach Kalifornien,
um berechtigte Proteste gegen die in Tausenden von Fällen widerrechtlichen
Festnahmen und Abschiebungen von Personen mit Migrationshintergrund (darunter
auch eingebürgerte) durch die nationale Einwanderungsbehörde ICE mit Gewalt
zu unterdrücken. Wegen fehlender Absprache mit dem Gouverneur von Kalifornien
ist der Einsatz der Nationalgarde illegal und eine klare Kompetenzüberschreitung
des Präsidenten.
13.06.2025: Israel führt Luftangriffe auf Ziele im Iran durch.
22.06.2025: Die USA greifen iranische Atomanlagen an.
02.07.2025: Die Schweiz und die übrigen EFTA-Staaten schliessen die Verhandlungen
mit der südamerikanischen Freihandelszone Mercosur (Brasilien, Argentinien, Paraguay,
Uruguay) über ein Freihandelsabkommen ab. Dieses wird am 16.09.2025 unterzeichnet.
Ein entsprechenden Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur wird durch Proteste
der Bauern (insbesondere in Frankreich) ausgebremst, die für Dezember 2025 geplante
Unterzeichnung wird ins Jahr 2026 verschoben.
02.-07.07.2025: Die UEFA-Europameisterschaft im Frauenfussball wird in der Schweiz
durchgeführt und verschafft dem Frauenfussball einen deutlichen Zuwachs an Beachtung.
Viele Mädchen lassen sich begeistern und treten einem Fussballclub bei.
11.07.2025: Die Basellandschaftliche Kantonalbank BLKB gibt nach massiver
Kritik eine externe Untersuchung zu den Abschreibungen auf der Tochterfirma
Radicant (Onlinebank) von über 100 Mio. Fr. in Auftrag.
24.07.2025: Der Bankratspräsident und der CEO der BLKB treten per Ende Juli zurück.
28.08.2025: Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft veröffentlicht
pünktlich vor dem Nationalfeiertag eine
Studie zu den wichtigen Narrativen (Erzählungen mit denen Politik begründet wird)
der Schweiz.
Rechte Parteien (SVP, Lega dei Ticinese) verbreiten ihr Narrativ der
«freiheitsliebenden, unabhängigen, wehrhaften Schweiz» besonders fleissig.
Beim Narrativ des «wirtschaftlichen Wohlstands» betonen die FDP und
die Wirtschaftsverbände eher nach aussen gerichtete Aspekte (internationale
Wettbewerbsfähigkeit, Standortvorteile, Swissness als Marke), die SP und die
Gewerkschaften dagegen eher eine Innensicht (Sozialpartnerschaft, Lohnregulierung).
[Interessanterweise führt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung OECD in ihren Länderberichten regelmässig die wesentlich durch die
Sozialpartnerschaft und die Gesamtarbeitsverträge bedingte Stabiliät mit wenigen
Streiktagen als wesentlichen Standortvorteil der Schweiz auf und bringt so aus
der Aussensicht die beiden Varianten dieses Narrativs näher zusammen als die
Akteure im Inland.]
Die linken Parteien (SP und Grüne) betonen vor allem das Narrativ der
«humänitären und solidarischen Schweiz» (Rotes Kreuz, Genfer Konventionen).
Die Studie stellt fest, dass fast nur die Rechtsparteien das Narrativ der
«Freiheit» bewirtschaften und damit der Aspekt der gesellschaftlichen
Freiheit in den letzten Jahrzehnten immer stärker vom Aspekt der Unabhängigkeit
verdrängt wird.
Die Schweizerische Depeschenagentur sda vermeldet, das Narrativ der kompromissfähigen
und reformbereiten Schweiz stosse auf breite Zustimmung. Allerdings muss man dieses
(durchaus relevante, aber eher vom Bundesrat als von den Parteien und Verbänden
verwendete) Narrativ in der Studie gut versteckt unter dem Titel
«politisches Erfolgsmodell» suchen.
30.07.2025: 17 arabische Staaten fordern bei der UNO das Ende der Herrschaft der
Terrororganisation Hamas im Gazastreifen, die Gründung und internationale Anerkennung
eines palästinensischen Staates, eine sofortige Waffenruhe im Gazakrieg und die
Freilassung der israelischen Geiseln.
Der arabische Vorstoss wird von einigen westlichen Staaten unterstützt.
31.07.2025: US-Präsident Trump verkündet einseitige Zölle für Produkte aus
der Schweiz von 39%. Verhandlungen auf US-Ministerebene führen nicht zu
verlässlichen Resultaten. Fazit: Mindestens bis Ende der Trump-Amtszeit ist
auf die USA kein Verlass.
Auf Tiktok geht ein Video mit Kaninchen viral, die auf einem Trampolin hüpfen.
Über 200 Millionen Leute sehen den Clip und die wenigsten realisieren,
dass er mit KI erzeugt wurde.
05.08.2025: Die Schweiz fordert bei der Eröffnung von internationalen Verhandlungen
in Genf ein griffiges multilaterales Abkommen gegen die zunehmende Verschmutzung
der Erde und der Weltmeere mit Plastikabfällen und Mikroplastik. Diese Forderung
stösst allerdings auf starken Widerstand der Erdölindustrie und der ölexportierenden
Länder. In dieser Verhandlungsrunde kommt kein Vertrag zustande.
06.08.2025: Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister
Guy Parmelin reisen in die USA, um in letzter Minute die hohen Zölle doch
noch abzuwenden, sie werden aber nicht von Präsident Trump sondern nur von
Aussenminister Marco Rubio empfangen und erreichen vorerst nichts.
07.08.2025: Nach intensiven Verhandlungen einigen sich die Post und der
Preisüberwacher darauf, dass geplante Tariferhöhungen per 2026 im Umfang von
20.8 Mio Fr. umgesetzt werden. Die Post muss aber auf Erhöhungen im Umfang von
50.1 Mio. Fr. verzichten.
16.08.2025: US-Präsident Trump empfängt den russischen Präsidenten Putin
in Alaska mit rotem Teppich. Nach dem Treffen wiederholt er die sattsam bekannten
russischen Maximalforderungen als sei er Putins Propagandaminister.
22.08.2025: Die Privatbank J. Safra Sarasin wird wegen mangelnder Kontrolle
gegen Geldwäscherei zu einer Busse von 3.5 Mio Fr. verurteilt. Der Fall reicht
in die Jahre 2011-2014 zurück und betrifft eine Korruptionsaffäre beim staatlichen
brasilianischen Ölkonzerns Petrobras. Die Bank hat Petrobras bereits in einem
Vergleich 16 Mio. Fr. Schadenersatz bezahlt.
22.08.2025: Ein von der Aufsichtsbehörde geforderter Sicherheitsnachweis für
Wasserrohre im Kernkraftwerk Gösgen erweist sich als aufwändiger als angenommen.
Das KKW Gösgen bleibt bis Februar 2026 ausser Betrieb.
29.08.2025: Drei Tage nach dem OK durch die Wettbewerbskommission WEKO übernimmt
der Reisekonzern Dertour das Reisebüro Hotelplan von der Migros. Damit kommen die
einst grossen Marken Hotelplan und Kuoni unter ein Konzerndach.
01.09.2025: Nestlé entlässt den CEO Laurent Freixe wegen einer heimlichen
Liebesbeziehung mit einer ihm direkt unterstellten Mitarbeiterin fristlos.
09.09.2025: Die ehemalige deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock wird zur
Präsidentin der UNO-Vollversammlung gewählt.
10.09.2025: Bei einem öffentlichen Streitgespräch an einer Universität im
US-Bundesstaat Utah wird Charlie Kirk, Podcaster und Gründer der grössten
christlich-konservativen Jugendorganisation der USA von einem Attentäter
erschossen.
18.09.2025: Nach massivem Druck durch die US-Regierung setzt die TV-Kette ABC
die satirische Late-Night-Show von Jimmy Kimmel ab. Eine woche später, nach
ebenso massiven Protesten der Bevölkerung ist Kimmel mit seiner Show zurück
auf den Bildschirmen. Präsident Trump tobt völlig unstaatsmännisch auf seinem
Social Media-Kanal.
21.09.2025: Australien, Frankreich, Grossbritannien, Kanada und Portugal
anerkennen Palästina als Staat und machen damit Druck für eine
Zweistaatenlösung im ewigen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.
30.09.2025: Der US-Internetprovider America Online (AOL) beendet den Dienst,
mit dem sich Private seit 1991 mit Hilfe eines Modems über eine gewöhnliche
Telefonleitung ins Internet einwählen konnten.
01.10.2025: Das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA (inkl. Schweiz) und
Indien tritt in Kraft. Es erhöht die Rechtssicherheit und die Planbarkeit
für den Austausch von Waren und Dienstleistungen und enthält auch Bestimmungen
zur nachhaltigen Entwicklung und zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards
sowie ein Kapitel zur Investitionsförderung.
01.10.2025: Weil sich das Parlament und der Präsident sich nicht auf ein neues
Budget und eine neue Schuldenobergrenze einigen können, beginnt in den USA
der mit 43 Tagen bisher längste Shutdown (Regierungsstillstand). Beamte erhalten
keinen Lohn, müssen aber teilweise trotzdem arbeiten, andere werden in unbezahlte
Zwangsferien geschickt, die Lebensmittelhilfe für die Ärmsten wird nicht mehr
ausbezahlt.
04.10.2025: Nachdem in mehreren europäischen Ländern unbekannte Drohnen
sensible militärische und zivile Infrastrukturen überflogen haben, rüstet
Dänemark seine Armee mit halbautomatischen Schrotflinten aus.
Diese haben sich in der Ukraine bei der Drohnenbekämpfung bewährt. Mit kleinen
Schrotkugeln können die Rotoren wirksam zerstört werden, während die Gefahr durch
herabfallende Kugeln deutlich geringer als bei grösseren Kalibern ist.
Als Antwort auf Exportverbote der USA für KI-relevante schnelle Computerchips
und auf Bemühungen, den chinesischen Einfluss auf eine europäische Chipdesignfirma
zu begrenzen, verhängt China Exportkontrollen für wichtige Rohstoffe, Halbfabrikate
und Computerchips. Einige europäische Autohersteller müssen ihre Produktion drosseln,
weil an sich simple Chips für die Kontrolle von einfachen Funktionen wie das
Öffnen von Fenstern Mangelware werden. Der Beobachter von aussen reibt sich
verwundert die Augen und fragt sich, weshalb die europäische Industrie ihre
Lektion aus den Lieferkettenproblemen während der Coronakrise offensichtlich auch
nach 5 Jahren immer noch nicht gelernt bzw. die Hausaufgaben nicht gemacht hat.
Ein chinesisches Containerschiff legt in einer Rekordzeit von 20 Tagen im Herbst
ohne Hilfe von Eisbrechern die Strecke von Shanghai nach Felixstowe (GB) über die
Nordostpassage (durch das arktische Meer). Das ist rund die Hälfte der Fahrzeit
gegenüber der üblichen Route via Indischer Ozean - Suezkanal - Mittelmeer.
Die chinesische Reederei plant, die Nordostpassage im Sommer 2026 regelmässig
zu nutzen.
13.10.2025: Im Gazastreifen tritt eine von den USA, Aegypten, Katar und der Türkei
vermitteltes Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der palästinensischen
Terrororganisation Hamas in Kraft. Die Hamas lässt die noch lebenden 20 israelischen
Geiseln im Austausch gegen 1900 in Israel inhaftierte Palästinenser frei.
Die vereinbarte Rückgabe der Leichen von 28 israelischen Geiseln verzögert sich,
weil sich diese nach Angaben der Hamas unter Trümmern befinden. Die im
Abkommen erwähnte Entwaffnung der Hamas wird bis Ende 2025 nicht umgesetzt.
Auch Israel verletzt die Waffenruhe immer wieder.
19.10.2025: Vier als Handwerker getarnte Diebe dringen über eine Hebebühne in den
Louvre ein und entwenden einen Teil der französischen Kronjuwlen. Bei den Ermittlungen
stellt sich heraus, dass es sich nicht um eine gut organisierte Bande sondern um
Gelegenheitstäter handelt. Sie nützen aus, dass spätenstens seit einer Untersuchung
von 2017 schwere Sicherheitsmängel im Louvre und in vielen anderen französischen Museen
bekannt sind, aber seither wenig getan wurde, um diese zu beheben.
22.10.2025: Eine Studie der Europäischen Rundfunkunion EBU in 18 Ländern und
14 Sprachen zeigt auf, dass die bekannten KI-Chatbots wie ChatGPT, Copilot und
Gemini bei durchschnittlich 45% der Fragen zu aktuellen Nachrichteninhalten
fehlerhafte Antworten geben. Die Fehlerquote ist im Vergleich zu einer früheren
Studie zwar leicht gesunken, aber immer noch erschreckend hoch.
Fazit: Chatbots sind keine verlässliche Nachrichtenquelle. Dies kontrastiert damit,
dass bereits rund ein Drittel der Bevölkerung den KI-Chatbots vertraut.
28.10.2025: Die Umfragewerte von US-Präsident Trump sind so schlecht wie bei
keinem anderen Präsidenten in den letzten 9 Jahren. Nur 39% der Befragten sind
mit seiner Amtsführung zufrieden, 57% sind unzufrieden. Hauptverantwortlich dafür
ist ausgerechnet das Thema Inflation, mit dem er den Wahlkampf 2024 gewonnen hat.
02.11.2025: Gemäss einer neuen Studie nimmt in den 24 Ländern, die für
Organtransplantationen die Widerspruchslösung eingeführt haben (man also
ausdrücklich festhalten muss, dass man nach dem Tod seine Organe nicht
spenden will), die Zahl der Spenden zu Lebzeiten (was bei doppelt vorhandenen
Organen wie Nieren möglich ist) zurück geht. In der Schweiz wurde die
Widerspruchslösung 2022 beschlossen, tritt aber erst ab 2027 in Kraft.
04.11.2025: In New York wird Zohran Mamdani zum Bürgermeiseter gewählt.
Er ist Muslim und politisiert am linken Rand der Demokratischen Partei.
Derweil fallen die Zustimmungswerte für die Politik der Trump-Administration
so schnell wie noch nie in einem ersten Amtsjahr.
04.11.2025: Laut einem UNO-Bericht steuert die Erde trotz kleiner Fortschritte
beim Klimaschutz auf eine Erwärmung von 2,3 bis 2,5 Grad zu und wird das im Pariser
Klimaabkommen vereinbarte Ziel von maximal 1,5 Grad bereits im nächsten Jahrzehnt
überschreiten. Die Technologie für mehr Klimaschutz wäre vorhanden, aber es
fehlen der politische Wille und die Bereitschaft, jetzt auf etwas Bequemlichkeit
zu verzichten und mehr für den Ausstieg aus Kohle, Erdöl und Erdgas zu bezahlen
statt in wenigen Jahrzehnten weitaus massivere Folgen zu tragen.
05.11.2025: Die US-Zölle bremsen das Lohnwachstum in der Schweiz deutlich.
Die Hälfte der Firmen fürchtet eine Stagnation oder gar Rezession.
Eine Delegation von Schweizer Unternehmern reist in die USA und erhält -
im Gegensatz zur Bundespräsidentin und zum Wirtschaftsminister - einen Termin
bei Präsident Trump. Die nicht im Detail veröffentlichten Angebote der Industrie
für Investitionen in den USA tragen dazu bei, dass Bewegung in die Zollverhandlungen
kommt.
06.11.2025: Am Bielersee wird bei einem Wildvogel der erste Fall von Vogelgrippe
in der Schweiz in dieser Saison festgestellt. Innert weniger Tage folgen weitere
Fälle. Die Behörden ordnen Massnahme zum Schutz der Nutztiere an.
07.11.2025: Fünfeinhalb Monate nach dem Bergsturz von Blatten veröffentlicht
der Kanton Wallis eine aktualisierte Gefahrenkarte. 70% des Gemeindegebiets von
Blatten liegen in der roten Gefahrenzone, in der nicht gebaut werden darf.
Dazu gehören der alte Dorfkern und der Weiler Ried. Trotzdem gibt es in den
Weilern Eisten und Weissenried Zonen, die für den Wiederaufbau des Dorfes
geeignet sind und diese lassen sich durch Schutzbauten noch vergrössern.
07.11.2025: Die SBB vergibt einen Auftrag für 116 Doppelstockzüge an Siemens
Mobility. Der Chef von Stadler Rail protestiert in den Medien lautstark dagegen,
dass er den Auftrag trotz einer angeblich nur geringen Preisdifferenz nicht erhalten
hat. Dabei will er - nach Jahrzehnten in denen er selbst Politiker war - einfach
immer noch nicht wahrhaben, dass das öffentliche Beschaffungsrecht keinen
Spielraum für eine Bevorzugung einheimischer Firmen lässt.
Bei der 30. UNO-Weltklimakonferenz (COP30) vom 10.-22.11.2025 in Belém Brasilien
wird wie im Vorjahr erneut um ambitioniertere Reduktionsziele und Zahlungen der
Industrieländer an die Länder des Südens für Anpassungsmassnahmen gefeilscht.
Die US-Regierung boykottiert die Konferenz, einzelne US-Bundesstaaten senden
stattdessen eigene Delegationen.
Die erdölproduzierenden Ländern verhindern erneut ein klares Bekenntnis zum
Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.
Noch immer wächst der CO2-Ausstoss weltweit, und zwar nicht mehr
in den Industrieländern, sondern vor allem in Schwellenländern wie China, Indien,
Vietnam, Indonesien und Vietnam.
11.11.2025: Ein Gericht in München fällt ein Grundsatzurteil zu einer Klage
der Verwertungsgesellschaft GEMA gegen die KI-Firma OpenAI: die Verwendung
von Songtexten und Noten zum Training und die praktisch wörtliche Reproduktion
derselben durch die Chatbots GTP-4 und GPT-4o ohne Bezahlung von Lizenzgebühren
stellt eine Urheberrechtsverletzung dar.
13.11.2025: Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine deckt einen
Korruptionsskandal im ukrainischen Energiesektor auf. Tymur Minditsch, ein
enger Vertrauter von Präsident Selensky und der heutige Justiz- und frühere
Energieminister Herman Haluschtschenko haben sich an Geldern bereichert,
die für die Reparatur der von Russland systematisch beschädigten Energieversorgung
bestimmt waren. Während die Bevölkerung wegen Stromabschaltungen im Dunkeln ohne
fliessendes Wasser friert, hat die Bande rund 100 Mio. Euro kassiert.
Minditsch setzt sich ins Ausland ab, der Justizminister und die aktuelle
Energieministerin werden entlassen. Selenskyjs mächtiger Stabchef Andrij Jermak
muss zurücktreten. Der Fall zeigt, wie wichtig es war, dass die ukrainische Zivilgesellschaft
mit Protesten im Sommer die Einschränkung der Befugnisse des Antikorruptionsbüros
verhindert hat.
14.11.2025: Wirtschaftsminister Guy Parmelin verkündet, dass im Zollstreit
mit den USA eine Einigung auf den gleichen Zolltarif wie für die EU (15%)
getroffen ist.
Der Konsumentenschutz fordert eine klare Deklaration, wenn bei Fleisch aus den
USA, das aufgrund des Zolldeals importiert wird, in der Schweiz bisher
nicht zugelassene Behandlungen mit Hormonen, Antibiotika oder Chlor
eingesetzt werden.
Auf Anfrage des Blick zeigen die grossen Detailhändler Migros, Coop, Aldi, Lidl
und Denner wenig Lust, Fleisch aus den USA zu importieren.
19.11.2025: Stadler Rail kündet dank steigender US-Nachfrage den Ausbau seines
Werks in den USA an und erhält einen Auftrag für 36 Pendelzüge vom Typ Flirt
aus den Niederlanden. Die 36 Pendelzüge werden im Stadler-Werk in Polen gefertigt.
Bei diesem Auftrag spielt die Swissness plötzlich keine Rolle mehr.
19.11.2025: Das US-Parlament beschliesst ein Gesetz zur Veröffentlichung der
Akten aus den Prozessen gegen den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein
innert 30 Tagen. Epstein pflegte vor seiner Verurteilung beste Beziehungen mit
hochrangigen Personen aus Wirtschaft und Politik.
Präsident Trump hatte dies von seinem Vorgänger gefordert, im Wahlkampf versprochen,
aber dann immer wieder hinaus gezögert, bis die Frauen in seiner eigenen Parteibasis
rebellierten.
20.11.2025: Sanija Ameti und Stefan Manser-Egli geben das Co-Präsidium der
europafreundliche Bewegung Operation Libero vor den wichtigen Abstimmungen
in den Jahren 2026-2028 ab.
20.11.2025: Die SBB sowie die Kantone Zürich und Aargau stellen ein Projekt
mit selbstfahrenden Sammeltaxis im Furttal von Regensdorf bis Spreitenbach vor.
In einer ersten Trainingsphase soll zur Sicherheit noch ein Chauffeur mitfahren.
KundInnen sollen ab Mitte 2026 befördert werden.
Eingesetzt werden Nissan-WeRide-Elektroautos.
05.12.2025: Eine neue Sicherheitsstrategie der US-Regierung zeichnet ein
düsteres Bild von Europa, dessen Werte angeblich zerfallen. Die Strategie
kritisiert offen die Europäische Union und weitere Institutionen, spricht
von Zensur und Unterdrückung der politischen Opposition und fordert mehr
Nationalismus. Wer klassische europäische Werte wie Menschenrechte, gesellschaftliche Freiheit
inkl. Vielfalt und Toleranz, sozialer Ausgleich und Solidarität, Wahrheit, Anstand,
Rechtstaatlichkeit, Gewaltentrennung, Unabhängigkeit der Justiz und der Presse,
Fairness und Bekämpfung von Korruption nicht als Werte wahrnehmen kann und diese
Werte selbst systematisch mit Füssen tritt (Beispiele finden sich in den
oben aufgeführten Nachrichten zuhauf), mag durchaus einen Wertezerfall sehen.
Aus europäischer Sicht dagegen sind es genau die europäischen Institutionen,
die diese zentralen, aus der europäischen Aufklärung gewachsenen Werte
gegen autokratische Tendenzen in einzelnen Staaten verteidigen und nach
Jahrhunderten der Kriege zwischen den Nationalstaaten eine stabile Friedensordnung
gebracht haben.
Zudem ist es offensichtlich, dass der Autokrat Trump die Weltpolitik mit Putin
und Xi ausmachen will und ihn die Europäer dabei nur stören. Um sich durchzusetzen
greift er auf das uralte Motto «teile und herrsche» zurück. Iulius Cäsar
(=Kaiser) lässt Möchtegern-König Trump und Möchtegern-Zar (=Kaiser) Putin grüssen.
Dass «teile und herrsche» langfristig nicht gut kommt, wissen die
Europäer spätestens, seit die von ihnen in der Kolonialzeit nach eben diesem Motto
gezogenen Grenzen im nachkolonialen Afrika und Asien ewig schwelende Konflikte
zur Folge haben.
14.12.2025: Mit dem Fahrplanwechsel verlängern die SBB an Wochenenden
die bisher von Winterthur bis Aarau geführten Nachtzüge bis Bern.
Sie fahren neu unter der Bezeichnung IRN1.
14.12.2025: Ein muslimischer Vater aus Indien und sein Sohn richten während
des jüdischen Chanukka-Festes am Bondi Beach in Sydney ein Blutbad an.
Ermittler finden Hinweise auf monatelange Vorbereitungen.
Als Reaktion werden die Waffengesetze in Australien in einer Sondersitzung
des Parlamentes verschärft.
19.12.2025: Der Bundesrat lockert mit einer Teilrevision der Postverordnung
die Pünktlichkeitsvorgaben für die Postzustellung. Nach heftiger Kritik in der
Vernehmlassung wird der Siedlungsbegriff nicht angepasst, die Post muss Briefe
weiterhin grundsätzlich in alle ganzjährig bewohnten Häuser zustellen.
Neu soll die Post ein hybrides Zustellsystem betreiben, mit dem Briefe digital
aufgegeben und je nach Wahl des Empfängers digital oder ausgedruckt als
klassischer Brief auf Papier zugestellt werden.
19.12.2025: Nationalrat und Ständerat einigen sich nach zähem Ringen auf das
Bundesbudget 2026. Es sieht Einnahmen von 90.4 Mia. Fr. und Ausgaben von 91.1
Mia. Fr. vor und hält die Vorgaben der Schuldenbremse ein. Gegenüber früher
wird für Armee und Landwirtschaft mehr ausgegeben. Nach öffentlichem Druck
werden auch je eine Million für Massnahmen gegen Gewalt an Frauen und für die
Sicherstellung des Giftnotrufs 145 (gesetzlicher Auftrag, Rückzug von privaten
Sponsoren) bewilligt. Gespart wird bei der Entwicklungszusammenarbeit und
beim Teuerungsausgleich der Bundesangestellten.
Eine geplante Subvention für einen Nachtzug nach Malmö (Schweden) wird gestrichen,
der Betrag wird aber nicht im Budget gespart, sondern bleibt in einem
zweckgebundenen Fonds. Die Gelder für die Tourismusförderung werden nicht gekürzt.
23.12.2025: Die erste und letzte verbliebene Pendlerzeitung 20 Minuten
erscheint zum letzten Mal in gedruckter Form. Das vorwiegend jüngere Publikum
nutzt ohnehin schon seit Jahren vor allem die
digitale Ausgabe auf dem Handy.
Bis Ende Jahr ist die Veröffentlichung der Epstein-Akten in den USA nicht
abgeschlossen, zudem tauchen kurz vor Weihnachten plötzlich mehr als eine Million
weitere Dateien auf. Wie nicht anders zu erwarten, wird viel mehr geschwärzt als
gemäss Gesetz zulässig wäre und die Schwärzungen werden auch nicht wie gefordert
detailliert begründet. Allerdings lassen sich einige Schwärzungen mit einfachen
Mitteln wie Photoshop entfernen.
Auf den Sozialen Medien kommentiert dies jemand, die Böswilligkeit der
Trump-Administration werde nur von deren Inkompetenz übertroffen.
Zum Wort des Jahres 2025 wählt die Jury für die deutschsprachige Schweiz
«Frauen-Nati» und legt damit den Fokus auf die steigende Beliebtheit
des Frauenfussballs und die Begeisterung über die herausragende Leistung der
Nationalmannschaft an der Frauen-EM (Viertelsfinals erreicht).
Auf Platz 2 folgt der Trumpsche «Zollhammer».
Auch das drittplatzierte «Chlorhuhn» bezieht sich auf die
US-Zollpolitik. In den Verhandlungen für ein Zollabkommen fordern die USA u.a.,
dass die Desinfektion von Poulets nach der Schlachtung in einer Chlorlösung
in der Schweiz und der EU zugelassen werden soll. In Europa setzt man bisher
darauf, Krankheitserreger durch strenge Hygienemassnahmen zu vermeiden, statt
diese nach der Schlachtung mit Chlor abzutöten.
Die französischsprachige Jury setzt die Prioritäten anders.
1. «génocide» (diese Wahl zeigt, dass die Kritik am
unverhältnismässigen und völkerrechtswidrigen Vorgehen Israels gegen die
Zivilbevölkerung im Gazastreifen in der Westschweiz deutlich intensiver
ausfällt als in der Deutschschweiz).
2. «39%» (bezieht sich auf die Höhe der US-Zölle).
3. «grève» (bezieht sich darauf, dass in der Romandie viele Streiks
durchgeführt wurden).
Die rätoromanischen Worte des Jahres sind
1. «IA» («KI/Künstliche Intelligenz»)
2. «ballape da dunnas» («Frauenfussball»)
3. «vita pajabla» («bezahlbares Leben»)
Proteste von Einheimischen gegen den «Overtourism» weiten sich
in vielen Touristen-Hotspots in Europa aus. Dutzende von Destinationen
ergreifen Massnahmen, um die Umnutzung von Mietwohnungen als Ferienwohnungen
zu erschweren.
2025 wird in der Schweiz das viertwärmste Jahr seit Beginn regelmässiger
Messungen im 19. Jahrhundert, wärmer waren nur die Jahre 2022, 2023 und 2024.
Das Internet und insbesondere die sozialen Medien werden von Bots mit Inhalten
geflutet. Nach Schätzungen von Fachleuten stammen bereits 80% der Posts und
Kommentare nicht mehr von Menschen abgesetzt sondern von Maschinen, die
automatisch die gleichen Beiträge auf Tausenden von Fake-Accounts posten und
andere Beiträge automatisiert liken, reposten oder mit oft wiederholten Phrasen
kommentieren.
Bei Reposts und Kommentaren lässt sich dies anhand der Reaktionsgeschwindigkeit
nachweisen. Kein Mensch ist in der Lage, innert weniger Sekunden einen Post zu lesen,
einen Kommentar dazu zu formulieren und einzutippen.
Pessimistische Stimmen in IT-Fachzeitschriften sprechen bereits vom
«Tod des Internets».
Im Jahr 2025 ist die Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien
(Wind, Sonne, Biogas) erstmals schneller gewachsen als diejenige aus
fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdgas, Erdöl). Zudem konnte weltweit betrachtet
erstmals der gesamte zusätzliche Strombedarf durch erneuerbare Energie gedeckt
werden und die erneuerbaren Energien liefern erstmals weltweit mehr Strom als Kohle.
Die Wissenschaftsfachzeitschrift Sciene wertet diese Tatsache als
«Durchbruch des Jahres».
Höchste Ämter 2025
Bundespräsidentin: Karin Keller-Sutter (FDP, SG)
Nationalratspräsidentin: Maja Riniker (FDP, AG)
Ständeratspräsident: Andrea Caroni (FDP, AR)
Als aktuelle Ergänzung meiner
Geschichte der Schweiz
konzentrieren sich diese Jahresrückblicke auf Ereignisse in der Schweiz
und erwähnen Vorgänge ausserhalb der Schweiz nur insoweit, als sie für
die Schweiz oder weltweit von Bedeutung waren. Die Zusammenstellung erhebt keinen
Anspruch auf Vollständigkeit.